Die Forschung und das Wissen zum Thema Farbe sind besonders umfangreich, vielleicht sogar grenzenlos. Universell sowohl zeitlich als auch räumlich scheinen die Farben ein mit einem umfassenden Ansatz schwer zu bearbeitendes Thema zu sein. Eine lineare und ausfürliche Ausstellung ist aus diesem Grund ausgeschlossen.

 

Das Ziel ist also nicht, das gesamte Wissen über Farbe ganzheitlich darzustellen, sondern auf eine ausführliche Darstellung der Ansätze über Farben abzuzielen, obschon diese Ansätze künstlerisch, wissenschaftlich oder soziologisch sind. Wir möchten deshalb verschiedene Wege durch die Ausstellung vorsehen, zwischen denen der aktive Besucher auswählen kann. Diese Wege entsprechen großen Themen, die Farben und Menschen verbinden, wie die Farbenwahrnehmung, die Farben unserer Kulturen und Farbe-Licht / Farbe-Materie.

 

Das Museum wird so gestaltet sein, dass der Besucher mit dem Ansatz der Farbe beginnt, der ihn am ehesten anspricht, und durch Übergangsräume zu anderen Problematiken der Farben gebracht wird. Im Herzen der vorgelegten Wege werden also manche Räume dem behandelten Thema eigen sein, während andere Räume Brücken zu anderen Ansätzen ermöglichen werden.

 

Diese Aufteilung wird dem Museum erlauben, die drei zentralen Problematiken aufzugreifen. Zuerst sind diese Wege Träger der Interdisziplinarität, gekreuzter Ansätze und zusätzlichen Wissens. Diese Vorgehensweise erlaubt außerdem, die bildenden Künste auf derselben Ebene wie die anderen Fachrichtungen zu betrachten. Das Museum der Farben ist kein Museum der Farben in der Kunst. Die Idee ist, Dialog zwischen den verschiedenen Fachrichtungen zu fördern, damit sich die unterschiedlichen Wissen untereinander befragen, anreichern und ergänzen.

 

Ein zweiter Vorteil dieser Vorgehensweise besteht darin, dass diese Wege es ermöglichen werden, historische und zeitgemäße Ansätze der Farbe zu mischen, und dadurch das historische Erbe der kulturellen, künstlerischen und gesellschaftlichen Praktiken mit zeitgemäßen Interpretationen und Bräuchen  zu vermengen, die unseren zukünftigen Blick auf Farben beeinflussen wird. Wenn auch jeder Weg eine chronologische Perspektive einschließen wird, wird die ganze Museografie nicht von einer linearen Ansicht bestimmt.

 

Schließlich werden sich im Herzen dieser Wege die verschiedenen Ebenen kreuzen, aus denen das Museumserlebnis besteht: Die dokumentarische Ebene, die spielerische / didaktische Ebene und die experimentelle Ebene. Diese verschiedenen Ebenen gehen mit einer unterschiedlichen Rolle des Sprechens und des Dialogs einher. Keine oder wenige Worte für das Erlebnis, ein wenn möglich vokalisierter Austausch für das Didaktische und manche gut ausgewählte Worte für das Dokumentarische, mit der Möglichkeit, das Wissen noch zu vertiefen.

 

Erste Skizzen dieser Wege werden innerhalb des wissenschaftlichen Ausschusses besprochen.

 

 

 

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